Mit Motivtorten selbständig machen – Was ist zu beachten?

by Sylvie

Torten verkaufen LoveSelbständig mit Motivtorten: Vom spaßigen Hobby zum spaßigen Nebenverdienst!

Mit Motivtorten selbständig machen, das ist ein Gedanke mit dem viele, die sich etwas länger und intensiver mit dem Thema Motivtorten und Tortendesign beschäftigen, irgendwann liebäugeln.

Da kommt zum Beispiel die Idee auf, ob man die tollen Torten, die man macht, nicht auch verkaufen könnte. Freunde und Bekannte sind immer so begeistert und sagen: „Mensch, die Torten sind so toll. Die musst du verkaufen!“

Außerdem stellt man, wenn man Motivtorten macht und verschenkt, schnell fest, dass auf einmal Freunde von Freunden von Freunden ankommen und eine Torte haben wollen. Zu Anfang freut man sich noch über jede Gelegenheit, wo man eine Torte machen „darf“. Aber relativ schnell wird einem klar, dass das auf Dauer ganz schön viel Zeit kostet und noch dazu nicht gerade wenig an Materialkosten anfällt… Also: Einfach die Motivtorten privat verkaufen?

Vielleicht kommt man auch auf die Idee, einen Shop zu eröffnen, selber Kurse anzubieten oder ein Café zu eröffnen. Aus seiner süßen Leidenschaft eine vernünftig bezahlte Nebentätigkeit oder gleich einen Beruf zu machen, das ist natürlich eine verlockende Idee. Aber Achtung: Nicht einfach naiv loslegen, denn in Deutschland gibt es rechtlich so einiges zu beachten – und Unwissenheit schützt hier nicht vor Strafe!

Torten verkaufen - Paragrafen

Beim Torten verkaufen gibt es allerdings einiges zu beachten…

Sobald Geld fließt, wird es nämlich kompliziert. Mit dem Fiskus ist nicht zu spaßen und mit der Handwerkskammer auch nicht. Auch gibt es strenge Auflagen an die Räumlichkeiten und die Hygiene, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird. Durch die ganze Rechtslage in Deutschland durchzusteigen, ist echt nicht ohne – das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Wie die Gesetzeslage aktuell aussieht, was man auf alle Fälle beachten sollte und wo die größten Fallstricke lauern, das möchte ich in diesem Artikel darstellen. Hier gebe ich Dir einen ersten klaren Überblick, welche Fragen und Anforderungen bei einer Selbständigkeit im Motivtortenbusiness auf Dich zukommen. Ich habe mich selbst durch all diese Thematiken mühsam durchgekämpft und hoffe, dass ich mit meinen Tipps anderen den steinigen Weg, den ich gehen musste, ersparen kann.

Die ganze Thematik ist sehr komplex und es werden hier viele falsche Schlüsse gezogen. Und selbst wenn man alles richtig macht, alle Auflagen erfüllt, sich an Recht und Gesetz hält, ordnungsgemäß beim Finanzamt gemeldet ist, Buch führt und seine Steuern zahlt – dann heißt das noch lange nicht, das man in Ruhe und Frieden seiner Arbeit nachgehen kann, wie man an meinem „Fall“ deutlich sehen kann…(Warum Tortendesigner in Deutschland vor Gericht landen – keine Sorge ich bekam einen Freispruch, allerdings nicht zu verwechseln mit einem Freifahrtschein, deshalb ja auch hier dieser Artikel über die ganzen Vorschriften…)

Selbständig mit Motivtorten – Mögliche Geschäftsmodelle

Als erstes mal ist es sinnvoll, sich darüber klar zu werden, was man überhaupt will. Denn je nach Geschäftsmodell hast Du Dich mit ganz unterschiedlichen Fragen auseinander zu setzen. Möchtest Du…
… Torten selber backen, dekorieren und verkaufen?
… vom Konditor gekaufte Torten gestalten und verkaufen?
… ausschließlich Dekorationen, wie Topper und/oder Aufleger verkaufen?
… ein Café eröffnen?
… Kurse zum Motivtorten gestalten geben?
… einen Shop eröffnen? Online oder als Ladengschäft?

Manche Fragen und zu beachtenden Themen sind für alle diese Ideen relevant. Andere betreffen speziell einzelne Geschäftsmodelle. Lass uns das im Detail anschauen.

Welche Fragen/Themen gibt es überhaupt zu beachten?

Im Grunde hast Du Dich beim selbständig machen mit Motivtorten immer mit drei großen Themenbereichen auseinander zu setzen:

  1. Der Fiskus: Sobald Du irgendetwas „für Geld machst“ bzw. machen willst, hast Du zwangsläufig mit dem für Dich zuständigen Finanzamt zu tun. Das beginnt mit der Anmeldung und geht über die Steuererklärung bis zum eigentlichen Steuern zahlen. Je nach Geschäftsmodell kommt dann noch die weitreichende Entscheidung dazu, ob Du gewerblich oder freiberuflich an den Start gehen möchtest.
  2. Hygiene und Räumlichkeiten: Fast alle Geschäftstätigkeiten im Tortenbereich haben mit Lebensmitteln zu tun. Die Lebensmittelaufsicht gibt klare Hygienestandards vor, unter welchen Bedingungen gewerblich mit Essbarem hantiert werden darf. Und wenn Du eine Backstube hast, muss diese die gewerblichen Richtlinien erfüllen.
  3. Die Handwerkskammer: Manche Arten von Motivtortenbusiness fallen unter den Meisterzwang, das heißt Du musst Konditormeister sein, um sie offiziell ausüben zu dürfen!

Dazu kommen dann noch ein paar „kleinere“ Thematiken wie zum Beispiel eine vernünftige Kalkulation im voraus, ob sich Dein Geschäftsmodell rechnen kann und Fragen zu sinnvollen Versicherungen. Alles kann ich in so einem Blogartikel nicht abdecken, aber zu den drei grundsätzlichen Bereichen gebe ich Dir im folgenden einen übersichtlichen Einstieg.

Thema 1: Fiskus

Wenn Du in Deutschland Geld für Deine Leistungen oder Produkte nimmst, musst Du offiziell eine ordentliche Rechnung dafür stellen und Deine Einnahmen versteuern. Sonst gilt es als Schwarzarbeit bzw. Steuerhinterziehung (und spätestens seit dem Fall von Ulli Hoeneß wissen wir ja, wohin das am Ende führen kann! ;-)

Also, egal womit Du Dich selbständig machst: Du musst auf jeden Fall die Tätigkeit beim Finanzamt anmelden, die Belege und Rechnungen verwahren, möglicherweise Buch führen nach bestimmten Regeln, definitiv eine ordnungsgemäße Steuererklärung abgeben und natürlich Steuern zahlen. Auch wenn es nervt, daran führt kein Weg vorbei. Sogar wenn Deine Steuererklärung ergibt, dass Du so wenig verdient hast, dass keine Steuern fällig werden, muss das ganze Prozedere sein. Sonst provozierst Du mindestens eine Steuerprüfung und das ist kein Spaß…

Damit Du Rechnungen stellen kannst, musst Du Dich als erstes mal beim Finanzamt anmelden. Dafür brauchst Du nämlich eine Steuernummer von denen. Beim Ausfüllen der Formulare zum Anmelden Deiner Tätigkeit kommen schon die ersten komplizierten Fragen und Entscheidungen auf Dich zu.

Die wohl folgenreichste Entscheidung, die Du gleich zu Anfang treffen musst, ist die nach Gewerbe oder freiberuflich. Wenn Du einen Shop oder ein Café eröffnen willst oder wenn Du Torten backen und verkaufen willst, hast du da keine große Wahl: Du bist auf jeden Fall gewerblich unterwegs. Bei den anderen Geschäftsmodellen hast Du unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit, Dich als Freiberufler anzumelden.

Diese Entscheidung zieht diverse Folgen nach sich, zum Beispiel für die Buchhaltung und die Höhe der Steuern. Außerdem gibt es gewerbliche Tätigkeiten (Café, Ladengeschäft), für die Du neben der Meldung beim Finanzamt auch noch beim Gewerbeamt ein Gewerbe anmelden (bzw. einen Gewerbeschein beantragen) musst. Von daher solltest Du Dich hier unbedingt genau kundig machen, bevor Du Dich festlegst!

Noch eine Anmerkung: Noch mal speziell wichtig ist die Entscheidung „gewerblich oder freiberuflich“ beim Gestalten und Verkaufen von Torten, die Du vom Konditor backen lässt und dann selbst dekorierst: Denn hier entscheidet die Abgrenzung, ob künstlerische (=freiberufliche) oder handwerkliche (=gewerbliche) Tätigkeit über eine eventuelle Meisterpflicht. Mehr dazu in Thema 3: Handwerkskammer.

Dann muss bei der Anmeldung beim Finanzamt noch die Entscheidung getroffen werden, ob man sich als Kleinunternehmer anmeldet oder nicht. Die Kleinunternehmerregelung hat mit der Umsatzsteuer zu tun und bringt Vor- und Nachteile mit sich, auf die ich in diesem Rahmen nicht ausführlich eingehen kann – auf jeden Fall lohnt es sich, sich vorher kundig zu machen und abzuwägen.

Thema 2: Hygiene und Räumlichkeiten

Nicht alle Tätigkeiten im Tortenbusiness fallen unter die Hygienevorschriften. Wenn Du zum Beispiel „nur“ Kurse gibst (und dies nicht als Gewerbe, sondern als Freiberufler angemeldet hast), dann wird da zwar mit Lebensmitteln gearbeitet, aber sie werden nicht verkauft. Daher ist es hier keine zwingende Voraussetzung, den Raum nach den Hygienevorschriften einzurichten (wenn auch natürlich sinnvoll!).

Auch für den reinen Verkauf von Toppern und Auflegern, die nicht essbar sind (oder als nicht zum Verzehr geeignet ausgewiesen werden), spielen Hygienevorschriften keine Rolle. Für alle anderen Motivtorten-Geschäfte ist die Einhaltung der Standards und Vorschriften aber unabdingbar!

Wenn Du selber backst, etwa im eigenen Café, muss die Backstube die gewerblichen Voraussetzungen erfüllen. Was das genau heißt, hängt davon ab, was Du genau machst – ob Du z.B. mit Sahne arbeitest oder ohne und ähnliches. Es gibt dafür EU-Richtlinien, aber auch einen Ermessensspielraum der zuständigen Lebensmittelbehörde. Setz Dich am Besten mit der für Dich zuständigen Lebensmittelbehörde in Verbindung und kläre alles individuell für Deine Belange ab.

Die Erfüllung der Richtlinien kann durchaus auch in der heimischen Küche gewährleistet sein, wenn zum Beispiel ein Extra-Kühlschrank vorhanden ist und die Küche auch sonst den Vorschriften entspricht. Du kannst Dich direkt bei Deiner Lebensmittelaufsicht hierzu beraten lassen und diese überprüft dann auch die Einhaltung.

Thema 3: Handwerkskammer

Hier in Deutschland fällt das Backen, Verzieren und Verkaufen von Torten unter die Meisterpflicht. Das heißt, offiziell darf nur derjenige Torten verkaufen, der einen Meisterbrief als Konditor hat. Wer ohne Meistertitel Torten verkauft, gilt laut Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz als Schwarzarbeiter – unabhängig davon, ob er beim Finanzamt gemeldet ist und seine Steuern zahlt oder nicht.

Hier tobt seit langem ein regelrechter Kampf zwischen der Tortendesign-Szene und der Handwerkskammer. Ich zum Beispiel dachte, ich trage dem Gesetz Genüge, indem ich meine Tortenrohlinge nicht selber backe, sondern das von einem Konditor machen lasse und dann nur selber verziere. Ich sehe mich ganz klar als Künstlerin und nicht als Handwerkerin und habe meine Tätigkeit dementsprechend auch als freiberuflich angemeldet. Trotzdem sah ich mich kürzlich vor Gericht mit einer Klage der Handwerkskammer konfrontiert (die übrigens abgewiesen wurde, aber es bleibt ein umkämpftes Thema).

Schon wenn man „nur“ essbare Topper oder Aufleger verkauft, kann es passieren, dass man mit dem Meisterzwang bzw. der Handwerkskammer in Konflikt gerät. Daher sollte man sich hier genau überlegen, wie man sein Gewerbe benennt (wenn man das Ganze nicht gleich als freiberufliche künstlerische Tätigkeit anmeldet – was unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist und diverse Vorteile mit sich bringt).

Folgende Geschäfte fallen von vornherein NICHT unter die Meisterpflicht: das Verkaufen von Motivtorten-Zubehör per Shop oder Ladengeschäft, Kurse geben (dies gilt als „unterrichtende/ lehrende Tätigkeit“ und nicht als Handwerk) und das Verkaufen von Torten im eigenen Café für den reinen Verzehr im Hause (dies fällt unter „Gastronomie“ und die zuständige Kammer ist hier die IHK, nicht die HWK – somit ist auch kein Eintrag in die Handwerksrolle nötig).

Wenn Du im eigenen Café auch Torten für den Außerhaus-Verkauf anbietest, gilt dann schon wieder die Meisterpflicht. Ebenso wenn Du ansonsten von Dir dekorierte Torten verkaufst, die Du auch selber gebacken hast.

Keine Angst: Auch wenn Du kein Konditor bist, musst Du Deinen Traum vom Motivtortenbusiness trotzdem nicht aufgeben. Wie schon angedeutet, gibt es unter bestimmten Voraussetzungen nämlich auch Mittel und Wege, die Meisterpflicht zu umgehen.

Torten verkaufen - Sylvie

 

Noch mehr zum Thema „Mit Motivtorten selbständig machen“:

Das ist alles natürlich ein zu umfangreiches Thema für einen Blogartikel, aber in meinem geplanten ausführlichen E-Book zum Thema „Selbständig machen im Tortenbusiness“ werde ich auf die „Umgehung“, wie auch auf all die anderen relevanten Fragen, ganz detailliert eingehen. Ich bin inzwischen ja wirklich ein Insider, was das ganze Rechtliche angeht, und habe jede Menge Tipps und Tricks weiterzugeben, die Dir so einiges Generve ersparen werden!

Wenn Du am E-Book interessiert bist, dann trag Dich einfach hier mit Deiner Email in die Interessentenliste ein und Du bekommst sofort Bescheid, wenn es rauskommt:

Du kannst ausserdem mir (und Dir ;) ) noch sehr weiterhelfen, wenn Du mir Deine konkreten Fragen zum Thema in den Kommentaren postest – je mehr ich weiß, was Dir unter den Nägeln brennt, umso besser kann ich in meinem E-Book darauf eingehen!

Mein Angebot für Dich – Persönliches Coaching:

Wenn Du nicht auf das E-Book warten willst (und da das Thema so umfangreich ist, wird es noch ein Weilchen dauern…) oder Dich einfach nicht allein durch den Gesetzesdschungel kämpfen willst, dann stehe ich Dir auch gerne per persönlichem Coaching zur Verfügung.

Wir schauen uns zusammen Deine ganz spezielle Situation an und ich berate Dich effektiv und auf den Punkt, was Du rechtlich zu beachten hast und wie Du es Dir so leicht wie möglich machst. So kannst Du schnell und mit einem sicheren Gefühl direkt mit Deinem Business loslegen und sparst Dir eine Menge Zeit und Nerven! Bei Interesse und für Details melde Dich einfach unter sylvie@motivtorten-schule.de mit dem Betreff „Business Coaching“.

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