Fondant selber machen – Diese Rezepte funktionieren!

by Sylvie

Eine Sache, die ich wirklich total oft gefragt werde ist: Hast Du eine gutes Rezept zum Fondant selber machen? Ach ja, Fondant selbst machen, das waren noch Zeiten… Als ich vor vielen Jahren mit Motivtorten anfing, da gab es ja in Deutschland überhaupt noch keinen fertigen Fondant im Handel zu kaufen. So blieb mir gar nichts anderes übrig, als den Fondant selbst herzustellen.

Ich hab mich also quasi gezwungenermaßen intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und tapfer Rezepte durchprobiert. Ich wollte (und musste ja auch) rausfinden, welche wirklich gut funktionieren für die perfekte Motivtorte. „Gut funktionieren“ heißt für mich, dass der Fondant genau die richtige Bindung und elastische Konsistenz hat, die ich brauche, um ihn gut verarbeiten zu können – sowohl für das Eindecken als auch für´s Modellieren.

Fondant selber machen

Fondant selber machen – DAS ultimative Rezept?!

Jetzt muss ich Dich leider erstmal enttäuschen: DAS ultimative Rezept gibt es nämlich nicht. Fondant selber machen hat immer was mit Fingerspitzengefühl zu tun. Ob der Fondant gut gelingt, hängt nämlich nicht nur von den richtigen Zutaten und Mengenverhältnissen ab. Vor allem mit dem Puderzucker ist das so eine Sache: Je nachdem, wie fein er gemahlen ist, wie hoch die Luftfeuchtigkeit und die Außentemperatur sind, hat das immer mit Einfluss auf die Konsistenz der Fondantmasse.

Von daher wird es nie so sein, dass Du ein pauschales Rezept mit genauen Mengenangaben einfach abarbeitest und „dat isses dann“.  Aber keine Angst: Mit ein paar Richtwerten und Tipps worauf zu achten ist, kriegt man es auf jeden Fall gut hin! Ich erkläre und zeige Dir jetzt genau, wie Fondant selber machen leicht geht. Achtung, hier kommen…

Meine zwei liebsten Rezepte zum Fondant selber machen

Ich bin bei meinen Versuchen am Ende bei zwei Grundrezepten gelandet, die ich je nach Gelegenheit immer gerne verwendet habe. Das eine ist Marshmallow Fondant, das andere Gelatine Fondant. Beides hat etwas andere Eigenschaften und bestimmte Vor- und Nachteile, die ich Dir hier mal aufliste:

Marshmallow Fondant Vor- und Nachteile:

  • Vorteil: MMF kommt mit gängigen Zutaten aus dem Supermarkt aus und ist dadurch einfach herzustellen.
  • Geschmackssache: MMF schmeckt… nunja, eben nach Marhsmallows. Kinder lieben es, für uns Große ist es nicht jedermanns Sache.
  • Nachteil: MMF ist relativ zäh und dadurch schwerer zu verarbeiten. Vor allem ihn dünn auszurollen ist echt schweißtreibend, da die Masse gern immer wieder zurückfedert.

 Gelatine Fondant Vor- und Nachteile:

  • Nachteil bzw. Herausforderung: Für das Gelatine Fondant selber machen braucht es einige Extrazutaten, die man nicht an jeder Ecke bekommt.
  • Großer Vorteil: Gelatine Fondant lässt sich wirklich toll verarbeiten. Man kann ihn sehr gut dünn ausrollen, er ist elastisch… macht einfach Spaß!
  • Ein Nachteil, den man wissen muss: Er lässt sich nicht rot oder schwarz einfärben. In Kombi mit roten oder schwarzen Farbpigmenten zickt Gelatine Fondant rum. Er verliert dann die Bindung, wird bröselig und porös.

Der Motivtorten-Insider

Rezept 1: Marshmallow Fondant selber machen

Alle Zutaten und benötigten Küchenutensilien zeige und erkläre ich Dir genau im folgenden Video. (Du bekommst hier Ausschnitte aus meinem Kurs „Die Große Motivtorten-Schule“ zu sehen, kleines Goodie!) Darin nenne ich auch Alternativen für die Marshmallows und erzähle Dir, wie Du die Dinger auch dann geschmolzen bekommst, wenn Du keine Mikrowelle hast. Denn auch wenn es in der Mikrowelle am einfachsten ist: Marshmallow Fondant ohne Mikrowelle geht auch!

Die Zutatenliste noch mal als Text (die Puderzuckermenge ist ein Richtwert, siehe oben):

  • 450 g Marshmallows
  • 3 EL Wasser
  • ca. 1 kg Puderzucker, durchgesiebt
  • Kokosfett soft zum Einfetten der Werkzeuge und Hände

Ganz wichtig ist, dass Du alle Werkzeuge – Schüssel, Löffel usw. und später beim Kneten auch Deine Hände GUT einfettest. Denn die Marshmallows werden jetzt erstmal geschmolzen und geschmolzene Marshmallows kleben einfach wie Sau. Überhaupt ist Fondant selber machen immer eine klebrige Angelegenheit, mach Dich drauf gefasst. 🙂

Schritt für Schritt – So gehst Du vor:

  1. Fette Deine (mikrowellengeeignete) Schüssel gut ein. Dann schmeiß die Marshmallows rein und tue die 3 Esslöffel Wasser dazu. Das Ganze etwas mit den Händen umrühren, so dass die Marshmallows rundrum angefeuchtet sind.
  2. Dann kommt das Ganze zum Schmelzen in die Mikrowelle. Hier gilt es, die Sache gut im Auge zu behalten und drauf zu achten, die Marshmallows zum richtige Zeitpunkt wieder rauszunehmen. Die Marshmallows blähen sich beim Erhitzen auf, behalten aber noch ihre Form. Sie sollen am Ende innen schön weich sein aber außen noch nicht „angeröstet“. Bei meiner Mikrowelle dauert das bei 400 Watt so etwa 5 bis 6 Minuten.
  3. Die Schüssel rausnehmen (Achtung: Inhalt ist sehr heiß!) und ca. die Hälfte des Puderzuckers dazugeben. Mit einem gut eingefetteten Holzlöffel den Puderzucker unter die klebrige Masse mengen.
  4. Irgendwann geht mit dem Löffel nicht mehr viel, dann kommen die Pfötchen in´s Spiel. Frisch gewaschen und gut eingefettet müssen die jetzt noch mal so richtig ran: Portionsweise weiteren Puderzucker reinschütten und immer von außen nach innen drüberheben und einarbeiten. Und zwar so lange, bis das Ganze eine feste, aber nach wie vor knetbare Masse ist.
  5. Irgendwann wird das Kneten in der Schüssel zu anstrengend. Dann kannst Du die Masse auf den Tisch geben und dort den restlichen Puderzucker reinkneten. Jetzt gilt es nur noch, rechtzeitig aufzuhören – denn wenn Du zu viel Puderzucker unterknetest, wird der Fondant zu fest und trocken. Genau richtig ist er, wenn er kaum noch klebt aber noch elastisch ist.
  6. Jetzt ist der Marshmallow Fondant fertig und kann zum Beispiel noch eingefärbt oder ansonsten weiter verarbeitet werden.

Rezept 2: Gelatine Fondant selber machen

Gelatine Fondant selber machen ist im Grunde auch nicht viel schwieriger als Marshmallow Fondant. Allerdings sind die Zutaten etwas speziell – manches kennt man nicht so und man hat auch erstmal mehr Aufwand mit dem Besorgen. Im Video gebe ich Dir detaillierte Informationen zu den Bezugsquellen, Eigenschaften und Alternativen:

Auch hier noch mal die Zutaten als Liste:

  • 1 Päckchen Gelatine-Pulver
  • 60 ml Wasser
  • 120 ml Glukosesirup (ersatzweise: Heller Speisesirup, z.B. Grafschafter Gold)
  • 1/2 TL Zitronensäure
  • 1 TL Glyzerin
  • 1 Prise Salz
  • ca. 900 g Puderzucker, gesiebt

Und so gehst Du vor:

  1. Als erstes die Gelatine im Wasser einweichen und so etwa 10 Minuten quellen lassen. Anschließend in der Mikrowelle vorsichtig kurz erwärmen, bis die Gelatine sich aufgelöst hat.
  2. Jetzt den Glukosesirup (oder ersatzweise den hellen Speisesirup), das Glyzerin, die Zitronensäure und Salz dazugeben. (Falls jetzt schon feststeht, dass die gesamte Menge Fondant gefärbt werden soll, kann zu diesem Zeitpunkt auch noch Farbpaste in die flüssigen Zutaten gerührt werden.)
  3. Einen guten Teil des Puderzuckers (so etwa die Hälfte) in eine große Schüssel sieben und in die Mitte eine Kuhle machen. Die Gelatineflüssigkeit reinschütten.
  4. Mit einem eingefetteten Holzlöffel vorsichtig von außen nach innen Puderzucker in die Flüssigkeit rühren. Wenn Du eine wirklich leistungsstarke Küchenmaschine hast, funktioniert es auch damit – auch hier die Knethaken aber unbedingt vorher einfetten.
  5. Wenn die Masse zu fest zum Rühren wird und Du mit dem Löffel nicht mehr weiterkommst, wird das Ganze auf die Arbeitsfläche geschüttet und der weitere Puderzucker mit den Händen untergearbeitet. Auch hier gilt: Die angegebene Puderzuckermenge ist nur ein Richtwert – es sollte so viel Puderzucker verwendet werden, bis eine stabile gut knetbare, elastische Masse entstanden ist, die nicht mehr groß klebt.
  6. Den fertigen Fondant luftdicht einpacken. Am besten lässt sich selbst gemachter Gelatine Fondant nach einem Tag Ruhezeit verarbeiten – aber bitte nicht im Kühlschrank lagern!

Oben im Video habe ich ja den leichten Farbunterschied vom fertigen Gelatine Fondant bei der Verwendung von Speisesirup statt Glukosesirup schon angesprochen. Damit Du Dir noch ein besseres Bild davon machen kannst, zeige ich Dir zum Abschluss hier noch mal per Video beides im direkten Vergleich:

Du siehst, der Unterschied ist wirklich minimal und manchmal ist das gebrochene Weiß ja auch gerade schön. So, mit diesen Infos hast Du nun wirklich alles zur Hand um Dich für ein Rezept zu entscheiden und loszulegen!

Um ehrlich zu sein, ich persönlich verzichte inzwischen in meiner professionellen Praxis ganz und gar aufs Fondant selber machen. Allein schon aus Zeitgründen – ganz zu schweigen vom Puderzuckerstaub! 😉 Es gibt heute echt gute Fondants als Fertigprodukt zu kaufen und die verwende ich gern und sehe auch keinerlei Qualitätsnachteile. Selbst das Färben von Fondant spare ich mir oft, da es auch da das meiste, was ich brauche, schon fix und fertig in ordentlicher Qualität gibt.

Mehr Infos und fortgeschrittene Tipps zum Thema Motivtorten und Spezialwissen findest Du übrigens in meinem Gratis-Videokurs Der Motivtorten-Insider. Darin erfährst Du unter anderem auch, was Du tun kannst, wenn Dir Dein selbstgemachte Fondant mal zu fest geraten ist, um ihn noch zu retten. (Und vor allem erzähle ich Dir auch, was Du besser nicht tun solltest – da sind nämlich einige fiese Falschinfos im Umlauf…!). Einfach hier klicken:

Der Motivtorten-Insider

Das war´s von mir zum Fondant selber machen. Lass Dich nicht abhalten, es selber auszuprobieren – Manche schwören drauf und allein schon als Erfahrung ist es auf jeden Fall eine tolle Sache!

Wenn Du eins von den Rezepten verwendest, dann erzähl mir doch gerne von Deinen Ergebnissen. Und hinterlass auch sonst gerne Deine eigenen Erfahrungen oder Tipps unten bei den Kommentaren. Und wenn Dir meine Anleitung zum Fondant selber machen gefallen hat, freue ich mich natürlich auch, wenn Du den Artikel weiterempfiehlst, indem Du ihn teilst!

 

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Kommentare

  • Norbert
    25. Mai 2016

    Hallo Sylvie,
    das ist äußerst instruktiv und hilfreich. Werde es im Bekanntenkreis weiterreichen.
    Norbert

  • Christine Ziemeck
    24. Mai 2016

    Dein Gelatine-Fondantrezept ist fast identisch mit dem der Tortentante-oder umgekehrt.Mache den aus Kostengründen immer wieder.Gelingt supet.Bei mir verträgt er auch den Kühlschrank prima;sowohl zum Lagern als auch nach dem Verarbeiten.Die Erfahrung mit rot und schwarz hab ich nur teilweise gemacht.Nach einem Ruhetag noch gut zu verarbeiten-aber später bröselig.Zwischendurch kauf ich aber auch fertigen Fondant- besonders zum Modellieren.Geschmacklich hab ich auch schon variiert.

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